Unsere Projekte

Bauernparadeiser

In der Arbeitsgruppe Bauernparadeiser arbeiten Vielfaltsbetriebe ganz praktisch an Saatgutsouveränität, indem sie neue Paradeisersorten für ihre Bedürfnisse und ihren Standort züchten. Dabei stehen Geschmack und Pflanzengesundheit an erster Stelle. 

Alles begann im Jahr 2010, als einige direktvermarktende Bio-Betriebe gemeinsam die Initiative ergriffen. Inspiriert wurden sie von einem Workshop des amerikanischen Tomatenzüchters Tom Wagner. Aktuell sind 15 Betriebe in der Arbeitsgruppe aktiv, unterstützt vor allem durch die Arche Noah, aber auch durch Institutionen wie Bio Austria, Fibl, die Gartenbauschule Schönbrunn und einige mehr. 

Am Jaklhof nehmen die Paradeiser jedes Jahr ganz schön viel Raum und Zeit in Anspruch. Mittlerweile stehen bei uns jedes Jahr über 200 verschiedene Zuchtlinien, welche alle bonitiert und gesichtet und immer wieder gekreuzt werden. Von den geeigneten Linien wird Saatgut vermehrt und im Folgejahr wieder angebaut und gesichtet.

Collabo

“Building a collaborative network for organic tomato breeding”, das war das Ziel mit dem Kultursaat e.V. 2009 in Deutschland das Collabo-Projekt ins Leben gerufen hat. Das erklärte Ziel des Projekts ist also die Bildung eines Züchternetzwerks abseits der globalen Saatgutindustrie, zuerst im deutschsprachigen Raum, später aber in ganz Mitteleuropa. 
Aktuell wird bei Collabo die Sortengruppe der klassischen, roten, runden Salatparadeiser bearbeitet. Das Ziel ist hierbei eine robuste Sorte für den biologischen Anbau mit überragendem Geschmack zu entwickeln. 

© Kochcampus – Helge Kirchberger

Die Terroir-Karotte

Dass Standort, Boden und Klima Einfluss auf die Qualität und den Geschmack von Wein haben ist natürlich bekannt, aber wie sieht es eigentlich mit Gemüse aus? Können wir bei Gemüse ähnliche Unterschiede feststellen? Gibt es auch beim Gemüse Sorten, die sich als regionale Klassiker eignen?
Diese Frage versuchte der Koch-Campus 2020 gemeinsam mit Vertreter*innen der Spiztengastronomie, Produzent*innen, Wissenschaftler*innen und Journalist*innen anhand der Karottensorte “Milan” zu beantworten. 
Gibt es also Terroir-Karotten?

Spargelsalat

Begonnen hat dieses Projekt mit einem ganz konkreten Problem: der April. Die Situation war jedes Jahr die selbe. Im April war das meiste Wintergemüse bereits geerntet, die Ernte vom Sommergemüse aber noch in weiter Ferne. Wir brauchten also ein schnellwachsendes Gemüse, dass man bereits früh setzten kann, das recht kältetolerant ist und das vor allem nicht wahnsinnig viel Platz benötigt. Spargelsalat erschien uns als die Lösung! 
Zu der Zeit war in Österreich genau eine Sorte Spargelsalat erhältlich und naja, geschmacklich waren wir nicht überzeugt. Philipp von der Arche Noah organisierte uns Saatgut aus der ganzen Welt und so sichteten wir über 30 Spargelsalat-Sorten, verkosteten sie, kreuzten sie und arbeiten seitdem aktiv an einer robusten Hofsorte mit tollem Geschmack. 

Wintererbsen

Durch den Klimawandel wird der Frühling immer trockener, was zu Entwicklungsproblemen bei vielen Kulturen, wie auch bei den Zuckererbsen, führt. Wäre es da nicht großartig, wenn wir dieses Problem umgehen könnten indem wir Zuckererbsen einfach schon im Herbst anbauen? Die Pflanze wäre ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt um gut zu keimen, wir könnten mit weniger Schädlingen rechnen und hätten obendrein noch eine frühere Ernte. Genau diese Idee hatte die Arche Noah 2017 und wir waren sofort interessiert. 
Es gab nur ein Problem: Zuckererbsen sind, im Gegensatz zu speziellen Körnererbsen, nicht auf Winterhärte gezüchtet. Wir sind, gemeinsam mit der Arche Noah und anderen Bio-Betrieben in Österreich, dabei das zu ändern.